Blickführung und der schwarze Tod – KTM 1290 Super Adventure S

Es erscheint zunächst sehr einfach sich über die Blickführung beim Fahren auf der Ideallinie mitzuteilen. Ich habe dazu auch schon einen Beitrag geschrieben, ihn aber noch nicht veröffentlicht. Dabei ist mir aufgefallen, das Nachlässigkeiten oder der „Unwillen“ beim Einfahren in Kurven zu gefährlichen Situationen oder gar tödlichen Unfällen führen.

Unwillen und „Was fürs Auge“, aber nicht die Blickführung

Ich möchte dazu Beispiele nennen. Natürlich habe ich die Blickführung nicht nur getestet sondern mich hierzu auch in Mopedfahrerkreisen ausgetauscht. Es ging um Fahrtrainings, Onroad und Offroad. Eigentlich nur in Deutschland und es ging mir nur darum, Fahrtechniken zu erlernen, besser zu werden, eben die Ideallinie zu finden. Dabei musste ich feststellen, das den meisten Motorradfahrern die Umgebung wichtig, ja viel wichtiger als die richtige Blickführung ist. Sie wollen ja, wenn schon, auch etwas fürs Auge haben.

Wie bitte, wieso dass denn? Wenn ich richtig fahre, also ich fahre um Techniken zu erlernen, dann bekomme ich von meiner Umgebung doch eh nichts mit!

Pustekuchen, das scheint wohl unwichtig zu sein, es muss was fürs Auge sein! Also besser ein Fahrtraining in Italien als in „Good Old Germany“. Da ist die Umgebung vieeeel schöner… Ich bin schockiert und mich wundert es nicht, warum soviel Motorradfahrer ihr „heiligs Bleche“ in den Dreck werfen und sich gleich mit dazu!

Wenn das mal nicht ins Auge geht

Leute, die Ideallinie ist sicher nicht rechts oder links neben der Fahrbahn zu finden. Wälder, Täler, Auen, Canyons, Berge und Pässe what ever, sind ganz toll anzuschauen aber ganz sicher nicht auf der Suche nach der Ideallinie. Also, wenn schon sportlich gefahren werden soll, dann bitte mit den Augen auf der Straße und nicht in der Pampa. Blickführung will gelernt sein, Blickführung bedeutet die Straße lesen, Blickführung bedeutet vorbereitet sein, die Blickführung ist das Ahhh und Ohhh auf der Suche nach der Ideallinie. Und wer eine Tour mitfährt, bei der der „Gaiderer“ als Tourguide was taugt, kann sich auch die Gegend anschauen, wenn dazu angehalten wird.

Der schwarze Tod

Das nächste Beispiel: Wo du hin schaust, da fährst du auch hin, sei es ein Gullideckel, den du ums verrecken nicht treffen willst. Oder „der schwarze Tod“, wie die mit Teer ausgebesserte Fahrbahnvernarbungen gerne genannt werden und um die du herum fahren wolltest. Der Fahrer hinter dir oder vor dir, Schlaglöcher, Rollsplitt, der Fahrbahnrand und die Pampa um dich herum, all das sind Dinge, die dich von dem Fahren auf der Ideallinie ablenken. Gleichzeitig sind das die Gründe, die auch unfallursächlich sind. Du musst dir dessen im Klaren sein, dass eine fehlerhafte Blickführung, gepaart mit zu hoher Geschwindigkeit und vielleicht technischen Unpässlichkeiten (Reifendruck nicht nachgeschaut, Reifen abgefahren u.s.w.) zum Unfall führt. Im Übrigen ist deshalb Motorradfahren auch ein gefährliches Hobby. Also richte deine Augen beim Biken gefälligst auf die Fahrbahn und du bekommst den Kick, den du suchst. Und wenn du dennoch spazieren schauen willst, richte dir deine Tour so ein, dass du dir zum Beispiel an Fotohotspots die Gegend anschauen kannst.

Wann stirbst du beim Motorradfahren

Ultrakrasses Thema, sowas kann man doch nicht sagen, woher will man wissen wann man stirbt, das weiß doch keiner. Das Thema tödliche Unfälle mit dem Motorrad möchte ich auch angehen. Hast du dir schon mal Gedanken gemacht über einen schweren Unfall oder den Unfalltod beim Biken? Nein, warum nicht, das ist doch ok, das gehört dazu. Motorradfahrern ist ein gefährlicher Sport und die Zeitungen berichten von haufenweise tödlichen Unfällen. Was du lediglich tun musst, ist, einen Unfall zu vermeiden. Das setzt aber aktives Tun voraus. Wann stirbst du also beim Motorradfahren?

Die Ursachenspirale

Ich bin nicht nur Motorradfahrer, ich war auch Fallschirmspringer und mir wurde in der Sprungschule erklärt, wie man beim Fallschirmspringen stirbt. Mir wurde das anhand einer Ursachenspirale erklärt. Das gilt nicht nur für das Fallschirmspringen, nein, das gilt für alle anderen Sportarten oder gefahrengeneigte Tätigkeiten, also auch fürs Motorradfahren.

So funktioniert die Ursachenspirale und so gehst du drauf!

Bauplan Ursachenspirale Motorrad: Stell dir eine Holzstange vor, auf der sich sieben Holzscheiben befinden. Jede Holzscheibe hat ein Loch und jede Holzscheibe dreht sich unterschiedlich schnell. Das Loch steht für: „The badest Moment!“ Jede Holzscheibe steht für eine Tätigkeit, ein Skill, der/ die notwendig ist sind, um ein Motorrad sicher im Straßenverkehr führen zu können.

Meine sieben Holzscheiben haben folgende Namen:

Technik (Technik Skills)

Geschwindigkeit

Umgebung

Witterungsbedingungen

Gesundheit

Aufmerksamkeit

Fahrerisches Können (Persönliche Skills)

Ok und wie funktioniert die Ursachenspirale jetzt:

So gehst du drauf: In dem Moment, in dem alle Löcher der sieben Holzscheiben übereinander stehen, also alle badest Moments eintreffen, bist du Tod. Jetzt weißt du, wo du ansetzen musst, um immer am Ziel anzukommen oder wann du besser einmal sagst: „Heute nicht, ist nicht mein Tag! Oder, „Das ist ja interessant, das mache ich, dann bin ich noch sicherer auf der Straße unterwegs.“

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