Briefing Motorradtour – Richtig laden und fahren

Voll beladen verhält sich das Bike komplett anders. Doch es gibt einige Kniffe, mit denen man keine übertriebene Vorsicht beim Fahren walten lassen muss. Zuladung an der falschen Stelle kann manche Maschinen beim Fahren in äußerst unangenehme und sogar gefährliche Pendel- oder Schlingerbewegungen (Shimming) versetzen. Viel Gewicht über dem Hinterrad, beispielsweise durch voll beladene oder überladene Koffer, ein Topcase oder eine schwere Gepäckrolle, entlastet das Vorderrad – Lenkerflattern (Shimming)  ist oft die Folge. Ein Sozius verstärkt diesen Effekt.

Oft genügt es schon, einige Kilo im Tankrucksack statt im Topcase unterzubringen, um die Fuhre zu beruhigen. Unabhängig davon hat höheres Gewicht immer Einfluss auf die Fahrdynamik. Durch den höheren Schwerpunkt bei Beladung kippt das Motorrad schneller in enge Kurven. Außerdem verringert sich durch stärkeres Einfedern die Schräglagenfreiheit. Hinzu kommt ein längerer Bremsweg, und die Gefahr von Fading (Verlust der Bremswirkung bis zum Totalausfall durch Überhitzung) nimmt zu. Gleichzeitig dauern Überholmanöver länger, und PS starke Boliden heben bei kräftigem Beschleunigen beängstigend schnell das Vorderrad gen Himmel.

Sena Headset Louis Edition

Wechens der Freisprecheinrichtung… wir nutzen Sena Headsets Louis Edition, die Packtalks haben ausgedient, damit haben wir die besten Erfahrungen gemacht. Vor der Tour den richtigen Kanal wählen und alle nötigen Einstellungen machen.

Richtig  das Moped laden

Beladen ist Dein Bike noch träger als sonst, deshalb aufpassen und noch aufmerksamer und vorausschauender fahren als sonst, damit Du trotz trägerem Handlings auf alle Verkehrssituationen rechtzeitig reagieren kannst. Gleichmäßiges Beladen verhindert, dass Dein Moped ungewollt Schlagseite bekommt. Schweres Gerät, Teile wie Werkzeug, Schrauben, Schwiegermutter… ne Engländer heisst das Teil oder Berliner…, egal… Werkzeug und all´son schweres Zeugs gehört möglichst weit nach unten und nach vorn, also ganz vorn in die Koffer oder in den Tankrucksack. Auf den Gepäckträger gehören leichte, sperrige Teile wie Schlafsack, Isomatte oder Zelt. Das zulässige Gesamtgewicht des Motorrads darf auch mit Sozius und Gepäck nicht überschritten werden. Das passende Gewicht findest Du in der Betriebsanleitung Deines Mopeds. Wenn vorhanden, Zug- und Druckstufendämpfung von Gabel und Federbein anpassen (straffer stellen). Vorspannung von Federbein und Gabel anpassen (erhöhen). Faustregel: Das beladene Motorrad sollte um maximal ein Drittel des Gesamtfederwegs einsinken. Der Tankrucksack darf den Lenkeinschlag nicht behindern. Der Reifendruck sollte angepasst werden: Bei hoher Beladung um 0,2 bis 0,4 bar erhöhen. Auch hierzu kann man passende Angaben in Betriebsanleitung finden. Gepäckstücke dürfen keinesfalls Scheinwerfer, Blinker oder Rücklicht beeinträchtigen.

Spaß garantiert

Eine Ausfahrt unter Mopedfreunden ist das Größte, der gemeinsame Ausflug verbindet, eh klar oder… Während der Tourpausen, beim heißen Kaffee oder Bikersnack (Burger, Fritten, Butterbrote und son Zeugs) Benzin reden und am Abend im Hotel zum Tourabschluss Anekdoten, Erfahrungen und Fotos auszutauschen? So macht das Spaß! Damits so richtig läuft sollte schon vor dem Start klar sein, dass eine technisch intakte Maschine und Rücksicht aufeinander die Grundvoraussetzung für jede Gruppenausfahrt bilden. Als Tipp… wenn Du überlegst, ob die Reifen die Tour noch überstehen… nein… tun sie nicht… besser wechseln! Gell…

Tourbesprechung

Vor dem Losfahren treffen wir uns nochmal zum Stammtisch und besprechen die Tour. Damit wir zügig durchkommen und nirgends hängen bleiben… wir tanken alle und immer gemeinsam. Und wegen der Kommunikation untereinander, einige Mopedler haben Freisprecheinrichtungen, so dass die Truppe nie abreissen kann. Und wenn dennoch mal was dazwischen kommt, der Gaiderer ist dann informiert und wartet an der nächsten Abzweigung auf Dich!

Das Ding mit der Gruppe

Je nachdem, wieviele Reiseteilnehmer dabei sind teilen wir die Truppe in zwei oder mehr Teams auf. Die Teams werden nach ihren Vorlieben zusammengestellt, zum Beispiel eine Gruppe, der eher fahrdynamische Aspekte wichtig sind, und eine andere, die eher auf landschaftliche Reize abfährt.

Reihenfolge in der Gruppe

Unserer Gaiderer hat die Route und den Streckenverlauf am besten drauf, er kennt sich da aus, wie in seiner Hosentasche und fährt routiniert und mit echt flüssigem Fahrstil voraus. Im Wechsel folgen dann Routiniers und Newcommer, es wird versetzt gefahren. Den Schluss der bildet, im Idealfall derjenige, der eine leistungsstarke Maschine mit sehr gutem Fahrkönnen kombiniert.

Stichwort Rennfahrer

Wer in der Reisegruppe Rennen fahren will, den Kick in permanenten Überholmanövern oder durch latentes Drängeln sucht, sollte sich lieber auf einem Rundkurs austoben. Sicher fahren in der Gruppe bedeutet: genügend Abstand halten und versetzt fahren, damit man frei nach vorne blicken und mögliche Hindernisse früh erkennen kann. Niemals nur dem Rücklicht des Vordermanns folgen – das kann nicht nur in Notsituationen, sondern schon bei verzwickten Kurvenkombinationen fatale Auswirkungen haben.

Eingemachtes… wenns zu Sache geht

Auf der Strecke kann man sich sehr gut an den vorausfahrenden Mopeds und  an ihrer Linienwahl orientieren. Wirklich wichtig dabei ist, dem anderen nicht einfach blind hinterherzufahren, sondern mit richtiger, weit vorausreichender Blickführung die Linienwahl bei den jeweiligen Kurvenkombinationen auch zu verstehen und eigenständig umsetzen zu können. Ähnliches gilt für Überholmanöver langsamerer, nicht zur Gruppe gehörender Verkehrsteilnehmer. Auf keinen Fall einfach dem Vordermann folgen, sondern erst die Gesamtverkehrslage prüfen und dann Gas geben. Schert man nach dem Überholvorgang wieder ein, dann so weit wie möglich rechts halten, um dem folgenden Motorradfahrer genügend Übersicht und Raum zu lassen, ebenfalls wieder einfädeln zu können.

Konzentration… sei dabei und nicht woanders

Wird beobachtet, dass ein Gruppenmitglied unkonzentriert oder riskant fährt, unbedingt beim nächsten Stopp darüber sprechen und gemeinsam Abhilfe überlegen. Nur so kann ein absehbarer Unfall vermieden werden. Überignes, um unnötigen Stress zu vermeiden lässt der Gaiderer bei unklarer Verkehrsführung die Gruppe komplett aufschließen. Ein regelmäßiger Blick in den Rückspiegel ist dabei ganz hilfreich. Reißt eine größere Lücke auf, wird an einem einsehbaren Halteplatz am Straßenrand gewartet.  Hast Du Dich verfahren, bleib da stehen, wo Du bist und warte auf den Gaiderer…

Kommentar verfassen