DUNLOP Sportsmart TT – Sportreifen für Big Enduros – Das Bessere ist des Guten Feind #KTM 1290 Super Adventure S

Als Sportreifen oder „Semi Slicks“werden Motorradreifen mit Straßenzulassung bezeichnet, die für den Einsatz auf Rennstrecken und Straße gemacht wurden. DUNLOP hat jetzt den Hypersportreifen Sportsmart TT mit einer Auslastung von 50% Rennstrecke und 50% Landstraße für die KTM 1290 SAS und die BMW R 1250 GS gebaut. Der Grund ist offenbar das zunehmende Interesse von uns Hobby- Sportfahrern an Rennstrecken- Trainings. Ich finde das ist sehr vernünftig. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Rennstrecken-Training, auf dem insgesamt um die 450 km gefahren wird, die Erfahrungen von einigen tausend Kilometern Landstraße beinhalten. Auf Grund der immer wiederkehrenden Streckenansprüche ist es möglich, sich…

DUNLOP Sportsmart TT, Laufflächenbreite: 20,5 cm, Eigengewicht: 6,3 kg

gefahrlos und recht flott an Grenzbereiche heranzutasten. Auf der Landstraße ist dies ohne Risiken für Dich und andere nicht möglich. Aus dem Grund finden Fahrsicherheitstrainings auch auf Verkehrsübungsplätzen statt, Gott sei Dank.

Michelin Road 5 Trail, Laufflächenbreite 21 cm, Eigengewicht: 5,8 kg

Sportreifen – Kompromiß zwischen Straße und Rennstrecke – Merkmale

Von oben nach unten: Sportreifen: DUNLOP Sportsmart TTT, Straßenreifen: Michelin Road 5 Trail, Tourenreifen: DUNLOP Trailmax Meridian – Sehr schön erkennbar, der glatzerte Sportreifen oben auf, mit bissl Profil (ca. 17 % Negativprofil).

83% Glatze – 17% (Negativ)Profil

Sportreifen sind als Kompromiss zwischen normalen Reifen und nicht straßenzugelassenen Rennreifen zu verstehen. Sie nutzen den auf öffentlichen Straßen in Deutschland vorgeschriebenen Mindest- Negativprofil-Anteil von 17 % aus. 83% des Reifens sind also glatt und unprofiliert. Der Reifen schaut also fast aus wie ne Glatze. Man fragt sich, ob man sich das bisschen Profil nicht hätte sparen können. Aufgepasst, der Dunlop Sportsmart TT hat schon konstruktionsbedingt eine größere Aufstandsfläche als alle bisher auf dem Markt vorhandenen Reifen die für die KTM 1290 Super Adventure S oder die BMW R 1250 GS gebaut wurden. Und aus diesem Grund ist dieser Reifen auch die erste Wahl für die Rennstrecke. Das kann ich einfach so behaupten. Dazu muss ich den Reifen nicht einmal Probe gefahren haben. Das klingt voreingenommen? Wenn dem nicht so sein sollte, kommentieren!

DUNLOP Trailmax Meridian, Laufflächenbreite: 20 cm, Eigengewicht: 7,4 kg

Pseudorille und Traktion

Häufig ist auch die Profiltiefe von Sportreifen geringer, um eine durchgehende die Walkarbeit zu erreichen. Außerdem wird eine weichere Gummimischung verwendet. So erhälst Du beim Beschleunigen und Bremsen eine bessere Traktion und in der Kurvenfahrt eine bessere Haftreibung.

DUNLOP Sportsmart TT, Profiltiefe 6,50 mm

Kaltreifendruck – Rennstrecke – Landstraße

Sportreifen werden auf dem Kringel, wie man so nett zur Rennstrecke sagt, mit geringerem Kaltluftdruck gefahren. Rennstreckenveranstalter geben zu Beginn eines Kurvenfahrtrainings gerne den Hinweis an Piloten mit straßenzugelassenem Semi-Slicks, den Reifendruck um 0,2 bar unter die Herstellerangaben abzusenken. Durch die Erhitzung und Walkarbeit, bei starker Belastung werden die Sportreifen um etwa 0,5 bis 0,7 bar „aufgepumpt“. Der echte Slick, also die Vollglatze, wird teilweise sogar unter 2,0 bar gefahren. Der Sportsmart TT ist von Seiten des Herstellers DUNLOP mit einem Reifenzieldruck vorne von 2,2 – 2,5 bar und hinten hörthört von 1,8 – 2,4 bar für die Landstraße empfohlen. Reifenwärmer werden für den Dunlop Sportsmart TT nicht empfohlen. Für den SportSmart TT in 120/70ZR19 und 170/60ZR17 auf Reiseenduros aufgrund des deutlich höheren Gewichts: Minimum 2.2 vorne, 2.4 hinten (Kalt!)

Michelin Road 5 Trail, Profiltiefe: 6,88 mm

Wo liegen die Stärken eines Sportreifens?

Am besten läßt sich das an der Rennstrecke erklären. Auf ner trockenen oder leicht feuchten Fahrbahn kannst Du mit Sportreifen Rundenzeiten erzielen, die ungefähr zwischen denen von Slicks und herkömmlichen Reifen liegen. Mit nem Semi-Slick erreicht man eine vielleicht so um die 2 Sekunden bessere Rundenzeit als mit Serienreifen. Durch die geringere Walkarbeit und den größeren Glatzen-Anteil auf der Sportpelle können längere Zeit hohe Beanspruchungen vertragen werden. Serienreifen bauen dabei in der Leistung schneller und stärker ab.

DUNLOP Trailmax Meridian, Profiltiefe: 9,44 mm

Was ist beim Sportreifen zu berücksichtigen? Welche Schwächen hat ein Sportreifen wurde ich gefragt? Hier die Antwort!

Sportreifen sind auf nassen Straßen herkömmlichen Serienreifen unterlegen. Der viel kleinere Negativ-Profil-Anteil und die geringere Profiltiefe verringern die Fähigkeit zur Wasserverdrängung und schnellen Wasserableitung. Aquaplaning tritt somit bei niedrigerer Geschwindigkeit auf. Außerdem ist generell der Grenzbereich schmaler. Der Haftungsabriss geschieht relativ schnell und ist für den ungeübten Fahrer kaum kontrollierbar. Auf trockener Fahrbahn wirst du die optimale Haftung erst bei einer bestimmten Betriebstemperatur ( wann die Betriebstemperatur erreicht ist, kann ich noch nicht sagen, ich schätze einmal bereits bei 30 Grad Celsius) und die maximale Traktion oder Seitenführungskraft erst bei mehr oder weniger großem Schlupf erreicht. Schlupf entsteht, sobald Antriebs- oder Bremskräfte auf ein Rad übertragen werden. Diese Eigenschaften machen den Einsatz von Sportreifen auf öffentlichen Straßen und den in Deutschland herrschenden, wechselnden Wetterbedingungen zum unfallträchtigen Risiko. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass nur wenige Motorräder werksseitig mit solchen Reifen ausgeliefert werden. Ein entsprechendes Beispiel fällt mir hierzu gerade nicht ein. Langsam angasen ist in jedem Fall immer angesagt. Betriebstemperatur erreichen ist das Ziel, dann sollte es auch mit der Landstraße klappen, so mein Plan.

DUNLOP Sportsmart TT, Außenrand bis erste Abfahrmarke im Negativprofil: 4,9 cm uhhh haufenweise Platz für Spaß und hoffentlich kaum Graining.

Optimaler Luftdruck – höhere Haftfähigkeit!

Die optimale Funktion der Reifen ist stark vom korrekten Luftdruck und der Temperaturverteilung auf der Lauffläche abhängig; somit muss du penibel auf die Einhaltung der Hersteller- Empfehlungen achten und gegebenenfalls sogar die Einstellungen des Fahrwerks anpassen. Durch die höhere Haftfähigkeit bei trockener Fahrbahn werden dein Fahrwerk und auch deine Bremsen stärker belastet. Damit werden das „Bremstauchen“ und der Verschleiß, insbesondere von Radlagern, Aufhängungsteilen und Bremsen, erhöht. Durch die bessere Traktion verschleißen Kupplungs- und Getriebeteile schneller.

Michelin Road 5 Trail, Außenrand bis erste Abfahrmarke: 3,9 cm

Auf die Theorie folgt die Praxis

 Da ich beinahe exakt die gleiche Strecke mit dem Hypersportreifen DUNLOP Sportsmart TT fahren will, die ich mit dem Michelin Road 5 Trail gefahren bin, habe ich einen direkten Vergleich! Und wie beim Michelin Reifen werde ich den smarten Hypersportler von DUNLOP ebenfalls nicht schonen. Ich dokumentiere dazu die Umgebungstemperaturen, Strecken- und Reifentemperaturen mit einem Laser Thermometer und werde so lange berichten, bis nichts mehr vom Reifen da ist.

DUNLOP Trailmax Meridian, Außenrand bis erste Abfahrmarke: 2,6 cm

Wie weit kann ich denn jetzt mit einem Sportreifen fahren?

Wenn ich zurück denke, dann gibt es bei mir nicht einen Satz Reifen, der über 5000 – 5500 km gereicht hat! Auch nicht der Pirelli Angel GT den ich bevorzugt auf meiner damaligen FJR 1300 gefahren bin. Zur richtigen Reifenwahl kommt es auf deinen persönlichen Fahrstil an und es kommt darauf an, wo du unterwegs sein magst und wie schnell du in den Kurven sein möchtest. Wie weit der Sportsmart TT bei sportlicher Fahrweise mit der Super Adventure S im Straßenverkehr und in Pässen hält, kann ich noch nicht sagen, ich werde es aber herausfinden!

Langstreckenbomberpiloten aufgepasst

Ist dein Hauptaugenmerk aber eher auf Langstreckentouren mit Reisegepäck und Sozia mit gemäßigtem Fahrstil ausgerichtet, dann wäre eher ein Tourenreifen zu empfehlen. Da ich auch mal in großen Gruppen um die 11-12 Fahrer, also eher gemütlicher unterwegs bin, nutze ich z.B. für meine Tour in Slowenien z.B. den DUNLOP Meridian Reifen. Den Reifen habe ich auch noch nicht gehabt und bin gespannt, was der Meridian auf meinen Touren leisten kann, denn auch den habe ich für die KTM 1290 Super Adventure S im Test.

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