Ich teile gerne in zwei Fahrerlager ein, den Tourensportler und den Sporttourer. Woher kommst du? Yamaha FJR 1300 – KTM 1290 Super Adventure S

Ganz viele Dinge haben mit der Ideallinie zu tun.  Entscheidend ist auch die Wahl der Reifen. Wo die Ideallinie ist, spielt zunächst keine Rolle, dazu später mehr. Ich würde erstmal damit anfangen, die besten Voraussetzungen für das Treffen der Linie zu schaffen. Am einfachsten fängt man da bei der Bereifung an, denn die muss man ohnehin ständig neu kaufen. Natürlich kann ich die im Fahrzeugschein empfohlenen Reifen montieren oder den Preis entscheiden lassen und den billigsten Satz Reifen montieren. Damit kann man durchaus auch zufrieden sein. Doch besteht sicherlich ein großer Unterschied zwischen den Bewertungsbereichen „ausreichen-befriedigend“ und den Optimierungsebenen „gut bis sehr gut“. Doch wie findet man den idealen Reifen, der zur Maschine, meinem Fahrkönnen, der Strecke, dem Untergrund, dem Wetter und, und, und… immer optimal passt? Muss man je nach Anspruch – Witterung, Tour, Rennstrecke- ständig die Schlappen wecheln oder gibt es in Sachen Reifen die Eier legende Wollmilchsau für uns alle?

Am einfachsten fragt man jemanden, der Ahnung von den Straßenpellen hat und kauft dann ein. Aber wer hat diese Ahnung? Oberste Priorität hat der Informationsaustausch unter erfahrenen Bikern. Wer fährt welches Bike, mit welchem Fahrstil, unter welchen Bedingungen? Wie viele Kilometer an Erfahrung und welche Strecken mit welchem Schwierigkeitsgrad legt der Biker zurück? Welche Erfahrungen hat er mit dem entsprechenden Reifen gemacht? Wichtig: eine durchdachte Auflistung der Pros und Cons. Wo hat sich der Reifen bewährt? Wo liegen die Grenzen? Dann kannst du dir die Frage stellen: entspricht der bewertete Reifen dem, was du selbst von einem Reifen erwartest? Passt er zu dir und deinem Bike? Dieser persönliche Austausch unter Bikern bei einem Bikerstammtisch, auf gemeinsamen Touren, auf Blogs (wie diesem hier) und bei Messen ist Gold wert. Habt auch keine Scheu bei Messen den Ausstellern Löcher in den Bauch zu fragen. Dumme Fragen gibt es nicht. Von unsagbarem Wert ist der Austausch mit Rennprofis auf der Rennstrecke. Nimmt man bei einem Fahricherheitstraining auf einer Rennstrecke teil, trifft man dort Profis und Amateurfahrer, die ihr Fahrkönnen dort optimieren wollen. Beide Genres haben mit ihren Bikes schon unzählige Kilometer gefressen und Reifen verschlissen. Tausch dich mit ihnen aus und das wird dir sicherlich helfen bei der Suche nach dem idealen Reifen. Bewertungen in Fachzeitschriften können natürlich auch helfen.

Woher kommst du?

Bist du eher der Tourensportler, der flott durch die Kurven fährt und nichts riskieren will und Kilometer klotzt oder bist du eher der Sporttourer, der gerne auch mal in der Kurve am Gas spielt und mehr von den Kurven haben will? Wo gehörst du hin? Fährst du gerne Kurven mit einem Neigungswinkel unter 30 Grad, dann bist du ein Tourensportler. Bewegst du dich über die 30 Grad Neigungswinkel hinaus, bist du der Sporttourer.

Der Sporttourer ist bis im Bereich (2.) zu Hause. Der Tourensportler bis über den Bereich (1.).

Die Wahl der Waffen:

Für beide Fälle gibt es entsprechende Reifentypen, den Tourenreifen und den Sportreifen. Die unterscheiden sich nach meinem Dafürhalten aufgrund ihrer Bauart definitiv im „Abrollverhalten in der Kurve bis 30 Grad Neigung“ und darüber hinaus. Die Auswahl der Reifen, besonders in der 17 Zoll Fraktion, ist immens und man kann sich leicht bei der Reifenwahl vergreifen. Das Ergebnis ist meist nicht zufriedenstellend.

Ein Beispiel:

Fährt der Tourensportler (7000 km aufwärts mit einem Satz Reifen) einen Sportreifen, dann wird er feststellen, dass er relativ schnell und unangenehm in die Kurven fällt. Der Grund hierfür liegt darin, das der Tourensportler den griffigen, weichen Sportreifen relativ schnell „eckig“ fährt. Beim Kurvenfahren muss er sich manchmal über die Kante legen, dann kommt es zu diesem unangenehmen „Hineinkippen“ in die Kurven. Das Profil (Reifenform, nimmer rund sondern eckig) passt nicht mehr – ist klar oder?
Also, die falsche Reifenwahl und damit kein Spaß in Sicht. Der Tourensportler hätte sich einen Tourenreifen zulegen sollen, mit dem man Strecke bolzen kann, ohne das er sich verformt und damit dennoch passabel durch die Kurven fahren kann.
Der Sporttourer, der einen Tourenreifen gerade mal 4500 km weit fährt wird in Kurven über 30 Grad Neigung alsbald den Grip verlieren. Der Tourenreifen ist nicht für Grip auf der Flanke ausgelegt. Wiederum kommt hier kein Spaß auf. Außerdem bewegt man sich unsicher im Straßenverkehr.

Also ist die Reifenwahl für den Spaß auf der Straße entscheidend! Im übrigen bin ich definitiv immer auf der Straße unterwegs. Für den Offroad Einsatz und der fängt bei Schotter schon an, gelten ganz klar andere Regeln.

Das richtige Zubehör, hab ich imer dabei:

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