Reifendruck prüfen, macht eh keiner oder doch?

Der Reifendruck spielt beim Fahrspaß meines Erachtens nach eine ebenfalls sehr große Rolle. So entscheidet der Reifendruck zum Beispiel, wie weit du dein Moped in die Kurve legen kannst, ob es sich aufstellt, ob es wegrutscht oder ob der Reifen richtig gut hält. Welcher Reifendruck ist der richtige? Am besten befolgt man die Hersteller Angaben beziehungsweise orientiert sich an den Angaben in der Betriebsanleitung des eigenen Motorrades. Aber aufgepasst: Nicht jede Tankstelle hat geeichte oder gar funktionierende Reifendruckprüfer. und es gibt Tankstellen, die verlangen doch tatsächlich nen Euro, damit ich Luft prüfen kann, wer zahlt den schon? Ich persönlich gehöre zu denen, die den Reifendruck akribisch prüfen. Tipps aus der Praxis:

Reifendruck einstellen

Dabei habe ich festgestellt, dass die Reifendruckprüfer diverse Tankstellen um bis zu 0,3 bar vom tatsächlichen Luftdruck abweichen. Du fährst also enthusiastisch zur Tanke, stöpselst den Reifendruckprüfer an, bläst den Reifen auf die erforderlichen 2,5 bar vorne auf und stellst nachher fest, dass nur 2,2 bar drinnen sind. Schlimmstenfalls erst nachdem du 2000 km gefahren bist, kein Profil mehr auf der Pelle hast und dein Puls selbst auf Google-Earth deutlich erkennbar war, nachdem dein Vorderrad in beinahe jeder sportlichen Kurve weggerutscht ist. Adrenalin in Ehren, aber das braucht kein Biker! Ich habe festgestellt,  dass sich der Reifen bei zu wenig Reifendruck im Vorderrad deformiert, hierdurch keine gute Auflagefläche mehr hat und wegrutscht. Heiligs Blechle!

Reifendruckanzeige

Jedes moderne Motorrad verfügt über eine Reifendruckanzeige. Aber auch hier kann es Probleme geben. Diese Anzeige ist nur dafür gedacht festzustellen, ob in deinen Reifen ein plötzlicher Druckverlust stattfindet. Hier erfolgt dann eine entsprechende Warnung auf dem Display. Der angezeigte Reifendruckwert stimmt meistens nicht mit dem tatsächlichen Reifendruck überein. Deshalb macht es meines Erachtens nach Sinn, sich einen geeichten Reifendruckmesser anzuschaffen und gelegentlich den Reifendruck richtig zu überprüfen. Entsprechende Reifendruckmesser sind nicht arg groß und passen in jedes Gepäck, insbesondere in das Gepäck von Sporttourern oder Tourensportlern.

Tipp: Es gibt aber auch die Möglichkeit, zur Reifendruckkontrolle den internen Reifendrucksensor vom Moped zu nutzen. Hierzu bläst du die Reifen auf und lässt die Luft mit deinem geeichten Hosentaschen Luftdruckmesser auf den geforderten Luftdruck ab. Dann vergleichst du die Werte und merkst dir die Einstellungen in der Onboardanzeige vom Moped. So, an der nächsten Tanke, bei der du die Luft prüfst, lässt du die Zündung an und kannst dann die richtige Befüllung deiner Reifen live auf dem Display beobachten oder prüfen. Wer’s mag.

Probieren geht über studieren

Dem Ganzen habe ich noch eines drauf gesetzt. Ich habe den Reifendruck an meiner Bereifung abgelassen und bin auf einem Parkplatz Kreise gefahren. Als ich bei etwa 1,5 bar vorne und 2 bar hinten angekommen bin, musste ich feststellen dass es mir beinahe nicht mehr möglich war, mein Motorrad in die Kurve zu legen. Das Motorrad neigte dazu, sich aufstellen zu wollen.

Zu hoher Reifendruck

Ein zu hoher Reifendruck wirkte sich in der langsamen Kurvenfahrt nicht negativ aus. Allerdings musste ich beim Beschleunigen in den Kurven feststellen, dass bei überhöhtem Reifendruck das Motorrad hinten zum Ausbrechen oder auch Schwänzeln neigt. Beim Anbremsen, in einer Kurve, aus einer hohen Geschwindigkeit heraus neigt das Heck ebenfalls zum Ausbrechen. Das wäre dann eine gute Vorlage bzw. der Bauplan, für einen High Sider, mit anschließendem Abflug in die Pampa. Na dann gute Nacht, John-Boy!

Reifendruck – Herstellerempfehlung

Insgesamt bin ich an der Tanke mit einer Reifendruckanpassung von 0,2 bar über den Hersteller Empfehlungen bei kalter Witterung am besten gefahren. Ich hab lieber ein bissl mehr drinnen als zu wenig. Rauslassen geht schnell. Bei warmer Witterung empfiehlt es sich, sich exakt an die Angaben des Reifenherstellers zu halten, ausgenommen du fährst auf der Rennstrecke. Um die Ideallinie halten zu können, ist es also auch extrem wichtig, den richtigen Druck in den Reifen zu prüfen und zu fahren.

Reifendruck regelmäßig prüfen

Jetzat, wieso dass denn? Auch wenn du kein Loch im Reifen hast und das Ventil nicht undicht ist, der Reifendruck in der Bereifung lässt jeden Tag nach. Grund: Die Luftmoleküle diffundieren langsam aus dem Reifen. In zwei Wochen ist der Reifendruck dann nicht mehr derselbe. Ist übrigens beim Autoreifen auch so, nur sind die Auswirkungen da nicht so schlimm, höchstens für den Geldbeutel. Also, spätestens alle 2 Wochen den Reifendruck prüfen und sowieso vor einer Mopedtour.

Tankstellen und Reifendruckprüfer

Um nicht von Tankstellen und deren komischen Reifendruckmessgerät abhängig zu sein, habe ich mir einen eigenen Kompressor und einen geeichten Reifendruckprüfer angeschafft. Hier unten siehst du eine Zusammenstellung der Geräte, mit denen ich arbeite. Zum einen der Kompressor von Ryobi und zum anderen ein geeichter Reifendruckmesser von iegeek.

Den eigenen Reifendruck im Hause

4 Antworten auf „Reifendruck prüfen, macht eh keiner oder doch?“

    1. Hallo Franz, das sehe ich auch so, aufgepasst, da ist der Akku nicht mit dabei, das Teil ist dafür aber transportabel, für mich ein ganz großer Vorteil. der Kompressor geht definitiv mit auf die Rennstrecke.

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