Reifenwahl Trackdays Dunlop Sportsmart TT – Preperation #KTM 1290 Super Adventure S

Ausführlicher Fahrbericht zum Sportsmart TT, jetzt auch in 19 Zoll, auf der KTM 1290 Super Adventure S von Dunlop. Über 3600 km Landstraße im Regen, im Trockenen über 1000 km Autobahn, davon 300 km im Regen, dazu noch Eindrücke aus über 400 km Rennstrecke, was alles auf den Trackdays passiert ist, Crashs, Krankenhaus, Team und Videos mit natürlich unbändiger Spaß beim Überholen mit der Superpelle von Dunlop, mehr hier:

Der letzte Tag vor der Anreise zur Beladestelle Home of Stefans-Motorradtouren, für das Fahrsicherheitstraining, auf dem Autodrom in Most ist angebrochen. Ich berichte für den Motorrad-Stammtisch in diesem Blogbeitrag fortlaufend, so dass ihr die Rennstrecke quasi miterleben könnt.

Was geht ab?

Wie immer wird Stefan vorausfahren, wir versuchen das Optimum aus unseren Maschinen herauszuholen und müssen dazu noch ein paar Dinge erledigen. Stefan ist in diesem Jahr mit seiner KTM 1290 Super Duke R 1.0 unterwegs und ich verunsichere das Feld mit meiner KTM 1290 Super Adventure S. Dieses Mal im Test der Dunlop Sportsmart TT mit einer Gewichtung von 50% Landstraße und 50% Rennstrecke.

Alle Lampengläser müssen abgeklebt werden, die Spiegel werden abgeschraubt.

Aufregung, Neugier und Respekt

Ich bin sehr aufgeregt, freu mich schon beinahe ein Jahr lang auf das Fahrsicherheitstraining bei Richie Racing und mit Stefan in Most. Mit dabei, die Newcomer, Mario mit einer KTM 1290 Super Duke GT und Oktay mit seiner Aprilla Tuono.

Die Aprilia wird für die Rennstrecke vorbereitet.
Oktay hat sich zu seiner Tuono noch Hardware gekauft. sie ist von Werk aus schon in der Lage mit Rennstrecken umzugehen und hält einige fantastische Möglichkeiten im Display versteckt. Wer das Handbuch zu seinem Bock liest, der weiß eben wie es geht. Oktay wird so denke ich noch ein bissl dazu berichten können.

Respekt

Ich bin ebenfalls sehr gespannt, wie sich die zwei machen. Respekt das Mario sich so reinkniet… Motorrad-Stammtisch eben… Oktay entdeckt die Racing- Otionen an seinem Bike. Für sein Bike gibt es Hardware- Upgrades und Software, die es gilt, in der Aprilla Tuono zum Leben zu erwecken.

Überraschendes Jahr

Die Saison hat komisch angefangen. Sie ging erst holprig los und setzt sich irgendwie anstrengend fort. Sämtliche geplanten Events hatten sich in diesem Jahr aufeinander verschoben oder sind ausgefallen. Dann hackte man auf uns Motorradfahrern herum, so dass man beinahe ein schlechtes Gewissen bekommen musste, wenn man auch nur ans Motorradfahren dachte.

Biker machen eh alles falsch

Mir schien, das 2020 das Jahr ist, in dem man als Motorradfahrer wohl alles nur falsch machen kann. Als positiv empfinde ich, das sich das Hygienebewußtsein sehr zum Positiven entwickelt hat. Man soll ja auch die guten Seiten eines merkwürdigen bzw. überraschenden Jahrs erwähnen… Aber zurück zur Rennstrecke.

Dunlop Hypersportreifen Sportsmart TT, der Lichtblick 2020

Die Sonne ging auf, als ich Anfang des Jahres von Dunlop die Möglichkeit erhielt, den Hypersportreifen Sport Smart TT von Dunlop zu Testen. Spaß sei vorprogrammiert, ich möge den Reifen auf Herz und Nieren testen. Das tue ich bzw. habe ich getan und zwar erst mal auf der Landstraße. Ich hab den Reifen so lange durch die österreichischen, slowenischen und italienischen Berge geballert, bis nichts mehr da war.

Kurzabriss Motorradtour Weißensee

Zunächst habe ich auf meiner Katy die Dunlop Sportpellen durchgeladen und ausgiebig auf der Autobahn getestet, mehr als 1300 km mussten die Reifen schwerbeladen auf der Bahn bestehen, davon bestimmt 300 km im Regen. Dann ging es ab durch die Pässe, von einem Stefans-Motorradtouren Highlight zum Nächsten. Und was ist schwer beladen? Meine Wenigkeit mit 130 kg Kampfgewicht, 2 x 20 kg Zuladung in den Koffern und 23 kg Sprit, das ist für mich schwer beladen.

Highspeed ballern auf der Bahn für den richtigen Reifendruck

Bei einigen Highspeedtests mit den Hypersportpellen von Dunlop vorab, habe ich für mich den richtigen Reifendruck erfahren (beladen wie erwähnt: Landstraße vorne: 2,3 bar, hinten: 2,5 bar). Meine VMax 261 km/h konnte ich in Bad Air hinter einem Porsche 959 auf 266 km/h toppen (Berg ab).

Letzte Veränderungen bei Stefan in der Werkstatt, die Fussraster müssen noch gedreht werden.
Das gibt 1,5 cm mehr Bodenfreiheit. In meinem Fall hatte es noch den Vorteil, dass sich der Schaltweg verkürzte und der Blipper jetzt beinahe fehlerfrei arbeitete. Jetzt werde ich nur noch den Schalthebel verkürzen (… den Nippel vorne am Hebel an Pos. 1 schrauben) und meine SAS macht genau was ich will.

It‘s so cool!

Wie immer sind die Fahrer solcher Boliden sehr erstaunt , das eine Big Enduro solche Geschwindigkeiten mitgehen kann, „was mich insgeheim immer sehr freut“ und meine KTM 1290 Super Adventure S zu etwas Besonderem macht. So auch auf der Rennstrecke, Alleinstellungsmerkmal sagt Stefan grinsend dazu! Ja das stimmt.

Und nochn Schwung Toureninfos

Ja wie lässt sich der Dunlop Sportsmart TT denn so auf der Landstraße fahren? Ich bin begeistert! Der Sportreifensatz geht alle Herausforderungen auf der Landstraße der Bahn und in den Pässen mit, wenn du nur eine Kleinigkeit beachtest. Geh es langsam an und gib dem Reifen die Chance warm zu werden. Dann macht er alles mit, du kommst früher aus den Kurven heraus und kannst noch höhere Schräglagen realisieren und weiter in die Kurven einbremsen! Dabei bleibt die Pelle Ultra zielsicher, so geil! Genau das was ich suche! Meine Koffer waren ganz schnell das Schräglage Limit! Was bringt mir eine Sportpelle auf der Landstraße? Ganz einfach, mit ner Sportpelle kann man sich sicherer an Grenzen herantasten. Mehr Gripp beim Angasen, starkem Bremsen, auch in den Kurven, absolute Präzision. Wo andere Reifen (in Grenzbereichen) kritisch reagieren, bleibt bei dem Sportsmart TT noch Sicherheitsspielraum.

Italien – Meine KTM 1290 Super Adventure S, Big Enduro, keine Reiseenduro… sie ist mit einer GS nicht vergleichbar, die ist für Opas… und Reisende… oder für Fahrer, die es ruhiger angehen wollen. Sie geht die Topspeed meiner KTM einfach nicht und hört sich an, wie ne Nähmaschine. Im Falle ich mich täuschen sollte, lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

Regenschisser aufgepasst

Also, da ich mit Sportreifen auf meiner Big Enduro so gut wie keine Regenerfahrung hatte, bin ich mit gemischten Gefühlen in einen Platzregen gefahren. Ganz ehrlich, den 17% Pseudorillen auf den Reifenglatzen habe ich nicht viel zugetraut! Ich bin da voll der Schisser und lieber vorsichtig! Ausgerechnet in den Pässen hatte es mich erwischt! Regen, es ließ ordentlich herunter. Nasses Kopfsteinpflaster in den Kehren der slowenischen Pässe… hat den Hypersportreifen von Dunlop überhaupt nicht aus dem Konzept gebracht. Erstaunlicherweise habe ich ohne einen Rutscher unseren Tourguide Stefan folgen können. Stefan war mit den Michelin Road 5 Pellen bestückt.

Starkes Angasen

Nur starkes Angasen, ließ den Reifen auf platschnasser Fahrbahn, sowohl in den Kurven, als auch auf der Geraden aufschwimmen. Dazu musst ich aber auf der Geraden auf 140 km/h beschleunigen und das Gas abrupt durchreißen. Kurzum, sogar im Regen hat der Reifen seine Qualitäten, wenn man es nicht übertreibt! Ich denke, das die erstaunliche Haftung auch im Regen der Gummimischung zu verdanken ist. Wie Philipp von Dunlop schon andeutete, hat der Reifen für eine Sportpelle, sehr lange durchgehalten! So konnte ich unter den oben genannten Bedingungen mit dem Sportsmart TT von Dunlop 3693,8 km fahren bis 1,68 mm Profiltiefe erreicht waren. An einer daumengroßen Stelle, war der Reifen ganz ab gefahren. Der Vorderreifen war mir 2,55 mm Profiltiefe noch recht gut erhalten. Die Reifen scheinen sehr gut aufeinander abgestimmt zu sein.

Sportsmart TT nach 3600 km Landstraße

Die besten Voraussetzungen für die Trackdays, die Rennstrecke!

So, tatsächlich sind das alles Voraussetzungen, die ich für die Rennstrecke brauche! Da es morgen los geht, habe ich mir etwas besonderes ausgedacht. Ich fahre mit einem neuen Satz Sportsmart TT von Dunlop beinahe ganz zu den Trackdays (Fahrsicherheitstraining in Most Tschechien). Von mir aus, bis zur Verladestelle sind das etwa 400 km. So denke ich, ist das zumindest von Dunlop angedacht! Das ist ne gute Sache und entspannt die Rennstrecken-Vorbereitungen ziemlich. Schon bei mir zu Hause heißt es also: Rauf die Pelle, fertig, los!

Los gehts

Meine Klamotten und das Rennstreckenzubehör finden tatsächlich in den KTM Koffern meiner Super Adventure S Platz. Den Rest stellt mir Stefan (Brauni) vor Ort zu Verfügung. Damit alles passt, hab ich das mit Stefan telefonisch (Organisator Most) abgeklärt und mir sein ok geholt. Ich bin also gespannt, wie sich der neue Reifensatz zu den Trackdays hin, über die Rennstrecke, zurück nach Hause so macht. Mit den Sportsmart TT Reifen von Dunlop sollte ich für mein Vorhaben die besten Voraussetzungen haben! Gegen 21:00 Uhr sind wir hier in Most angekommen und haben auch gleich die Box bezogen.

Box 23 Most
Hey Wolverine war übrigens auch mit dabei… er hat die Mopeds reingetragen.
Die SAS mit Dunlop Hypersportreifen bewaffnet, in der Box.

Fahrerbesprechung

Nicht nur für die Neulinge auf der Rennstrecke ist die Fahrerbesprechung interessant. Hier wird kurz und knackig das Flaggeneinmaleins durchgekaut, damit Sicherheit auf der Rennstrecke gewährleistet ist. Die Platzierung in den Gruppen ist schnell gefunden und dann gehts auch schon los.

Hier unsere Fahrer mit ihrem Instruktor bei der Fahrerbesprechung, hier gehts um. Wie geht was! Gar nicht so einfach etwas zu verstehen, wenn man wenigstens 1,5 Meter Abstand einhalten muss. Aber die Instruktoren von Richie haben es voll im Griff!

Autodrom Most

Gut vorbereitet geht es in 4er Gruppen auf die Rennstrecke. Für mich ist das alles, wie jedes Jahr, sehr aufregend. Man will ja nichts falsch machen, ich bin zudem sehr gespannt, wie die Hypersportreifen von Dunlop auf meiner SAS gehen.

Mario und Oktay schnuppern das erste Mal Rennstreckenluft, da kommt richtig Freude auf. Im nächsten Jahr sind wir übrigens wieder in Most, und natürlich in der Box 23. Wir freuen uns über Eueren Besuch oder fahrt doch einfach mit Stefan mit. Unter den Veranstaltungen findet ihr passende Termine.

Rot Grün – ab geht die Post

In der Gruppe B sind alle Sorten von Mopeds zu finden. Die Gruppe A3, hier dünnt sich das Feld aus, es sind Supersportler am Start, eine Husqvana war noch zu finden . Unter den Fahrern der Gruppe A2 bin ich unter den Supersportlern ein absoluter Ausreißer. In der A1 feilen die Pros an Ihrem Fahrstil.

Kurz vor dem Start auf die Piste, ganz vorne der Instruktor, Mario und Oktay auf der Suche nach der Ideallinie.
Nach den Turns, Tipps vom Instruktor

Kaum auf der Piste überschlagen sich die Ereignisse

Stefan ging mit seinen Slicks auf die Piste. Wir hatten in der Box zuvor ein paar technische Problemchen zu lösen und sind dann im Feld gestartet. Ich rollte hinter ihm her. Wir hatten uns vorgenommen, es langsam anzugehen. In der 5. Runde des 1. Turns, kurz nach der Schikane, hat die Ursachenspirale zugeschlagen. Stefan hatte sich einen Hisider vorbereitet und legt sich lang. Die Folgen, Bremshebel im Arsch und mächtige Rippenprellung, toll. Für mich gehört Stürzen dazu, ich kenne einerseits nicht einen Biker, der nicht wenigstens 1 mal mit seinem Bike umgefallen ist. Und wenn man rein statistisch ausrechnet, wie oft man auf den Pinsel fällt, dann liege ich mit meinen 6 Un- und Umfällen über einer schöngerechneten Zahl. Diese Betrachtungsweise half mir, die Wahl meiner Schutzkleidung beim Mopedln zu überdenken und viel, vielmehr für meine Sicherheit zu tun. Ich fahre seither schmerzfrei Moped auch wenn der Asphalt mal zu nahe kommt.

Dennoch fahre ich mit gemischten Gefühlen weiter, bei mir passt alles, noch.

Stefan bei den Vorbereitungen, Konzentration, Maschine Warm laufen lassen, letzte Checks. Brauni trägt eine Airbag-Überziehweste mit mechanischer Auslösung.

Nicht mehr bei der Sache, Aussitzen ist angesagt.

Die Stecke wird jetzt gesperrt, da war ich mir sicher. Ich rolle die Runde zu Ende und fahr in die Box. Ich weiß, das alles Top organisiert ist, Stefan wird schnellstens versorgt. Als ich in der Box mitteile, was los ist, macht sich zunächst Betroffenheit breit. Wir kauen kurz durch, was wir schon x-mal in den Vorbereitungen besprochen hatten und versuchen cool zu bleiben… leichter gesagt als getan. Ich gehe zur Rennleitung, so hatten wir das entschieden.

Bremshebel ab und n paar Schrammen, viel ist nicht passiert.

Tatsächlich läuft alles wie geplant, Good News

Nachdem ich die Rennleitung informierte, „Stefan ist für heute raus“, habe ich gegenüber den Sanitäranlagen, bei den Streckendocs erfahren, dass sich Stefan ordentlich geprellt hatte, nichts weiter. Cool, die Helit Airbag Weste hatte sich bewährt. Wenigstens diese technischen Skills hatten sich gelohnt.

Fahrtraining Gruppe B

Als wir jetzt wußten, was los war, hatten wir wieder ein wenig mehr den Kopf bei der Sache. Sobald die Maschine läuft, der Helm aufgezogen ist, verdrängt der steigende Puls und das aufkommende Adrenalien, die restlichen mulmigen Gefühle in der Magengegend. Die Jungs sind mit ihrem Instruktor unterwegs und machen einen super Job. Es fällt ihnen augenscheinlich nicht schwer die vorausgefahrene Linie zu treffen. Mario, sowieso sehr versiert, im Umgang mit seiner Maschine, läuft wie auf Schienen hinter dem Instruktor her. Er legt sich bereits die Strecke zurecht. Oktay, will es wissen und saugt jedes Quentchen an Infos auf. Seine Stärke, er kann kopieren und umsetzen. Da beide alles konsequent durchziehen, ist Freude vorprogrammiert, es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen.

Bestens vorbereitet für den Autodrom in Most, in den ersten Turns bereits die Bestzeit vom letzten Jahr mit den Michelin Road 5 Trail Reifen, 1:56 Lap/Min, um 3 Sekunden geknackt. Hatte Dunlop so vorhergesagt und stimmte tatsächlich.

Fahrtraining Gruppe A2

Matthias Meindl hatte sich über das Fahren auf der Piste in seinem Vlog auf YouTube ausgelassen. Ich hatte nach Lösungen für meine fehlende VMax auf der Startzielgeraden gesucht und war fündig geworden. In der Summe musste ich nur langsamer werden, um schneller zu sein. Die richtigen Reifen hatte ich ja dazu und was Philipp von Dunlop mir versprochen hatte, nämlich Spaß, den habe ich im wahrsten Sinne des Wortes erfahren, ha, so geil!

Turn 2 Gruppe A2

Ich hatte alles mit Stefan besprochen, um zu wachsen musste ich aufsteigen. Bereits im letzten Jahr hatte die Rennleitung mir empfohlen, in einer schnelleren Gruppe zu fahren. Und wir beide waren definitiv der Meinung, dass wir Cracks auf der Strecke brauchten, um von ihnen lernen zu können. Am besten wäre natürlich ein Instruktor! Da stand ich nun, vollgetankt am Boxenausgang und sondierte die vorbeirollenden Fahrer!

Das Glück war mir hold

Olli, ein Top Instruktor rollte gerade vorbei, kein Schüler im Schlepptau… sehr interessant, ein Linienlieferant hatte sich aufgetan. Die Schwierigkeit, Olli ist vorgeheizt und ich war kalt, das wird interessant werden, da dran zu bleiben! Die Ampel geht auf rot und die Kopiertaste ist gedrückt. Gleich werde ich sehen, ob es mir gelingt in den VMax Bereichen dran zu bleiben, die Hypersportpellen und das „Langsamer um schneller zu sein Ding“ war durchgeladen. Grün, Feuer frei. In der ersten Runden setzt Oli sich selbstredend nur langsam ab, dennoch gelingt es mir dran zu bleiben, ich hatte ja die perfekte Linie voraus, ich musste sie nur nachfahren.

7 perfekte Runden mit dem Dunlop Hypersportreifen Sportsmart TT

Die Erste, der sieben Runden ging laut Laptimer mit einer 1:59 Min/Lap ins Land. Dann folgte eine 1:58 Min/Lap und noch eine, dann die 1:56 Min/Lap, zwei mal die 1:55 Min/Lap und dann zum Schluss die 1:53 Min/Lap! Ich musste mich dazu nicht einmal anstrengen. Im vergangenen Jahr hatte ich mit dem Michelin Road 5 Trail sehr zu kämpfen, seine Bremswege erschienen mir viel länger und er setzte das Gas nicht sofort um. Mit dem Sportsmart TT hatte ich es geschafft, meine Bestzeit gleich im zweiten Turn, um satte 3 Sekunden zu toppen! 3 Sekunden, ein Haufen Holz!

Im Big Enduro Style über die Piste, na und… reicht für ne super Zeit… jaaaa geht bestimmt besser, kommt Zeit, kommt Hanging-Off.
So schaut es aus, wenn man auf der Rennstrecke von ner Big Enduro überholt wird. Ich finde der Big Enduro Style macht das Ganze noch viel Schlimmer… hehehe.

Alle kochen nur mit heißem Wasser

Bisher bin ich immer ehrfürchtig in Most an der Gegengeraden gestanden und habe mir gedacht, scheiße, sind die schnell! Die Speed, 280 km/h, die André in dem YouTube Video mit uns, mit seiner 1000er Repsol Honda geht, könnte ich nicht fahren. Und was zur Hölle, war der Grund für seinen Verbremser… wie kann ich meine VMax Schwäche und meinen CW-Wert zu einer Stärke umbauen? Das waren so die Gedanken, zu den Vorbereitungen zu Most 2020. Und natürlich auch das verdammte Hanging off!

So schlecht sieht der Big Enduro Fahrstil garnicht aus. Jörg Hoffmeister auf seiner KTM 1290 Super Adventure S mit den Powerpellen Dunlop Sportsmart TT unter den Supersportlern auf dem Autodrom in Most beim Fahrsicherheitstraining von Richie Racing.

Alte Säcke brauchen Physotherapeuten

Ok, nach dem Turn mit Olli, war das mindeste, was ich tun konnte, mich bei ihm, für seine Linienvorlagen zu bedanken! Olli ist gleich aufgefallen, das ich sichtlich Spaß hatte und war von meiner 1:53 Min/Lap sichtlich beeindruckt. Da wäre noch mehr drin, würde ich mich auf der Maschine bewegen… tataaaaa, Zack, da ist es wieder… die „Joghurtbecherunbewegluchkeitsohrfeige“. Ich würde ja gerne, das geht aber nicht mal schnell… dazu brauche ich einen Platz für mich, auf dem ich mich an die Hanging-off Sache herantasten kann.

Knie raus Bauch rein…

Nun denn zumindest das Knie raus dachte ich, das wäre für den Anfang vielleicht ganz gut. Im Turn 3, gleich nach der Spitzkehre versuche ich das Knie heraus zu bringen und stelle dabei gleich mal fest, das mein Leder Zweiteiler von Vanucci das Knie garnicht auslassen will. Himmel nochmal, ich muss gegen die Hose kämpfen, dabei fährts mir altem Sack gleich mal in die Hüfte, n Pysiotherapeut ist mal wieder angesagt. So, die Hanging-off Sache ist damit erledigt, vielleicht kann ich noch was aus dem Reifen holen. Ein bissl mehr Grip in der Kurve wäre cool.

Turn 4 mit neuem Reifendruck ging gerade nochmal gut

An den empfohlenen Werkseinstellungen für den Reifendruck beim Hypersportreifen Dunlop Sportsmart TT, vorne 2,2 bar und hinten 2,4 bar hatte ich herumgedoktert, was beinahe ins Auge ging. Die Zielgenauigkeit und der Grip Vorne war top, weshalb ich nur hinten um 0,2 bar herunter ging. Damit wollte ich den einsetzenden Drift beim Einbremsen in die Kurven reduzieren. Das war schon ok aber ich hatte mir von der Druckreduzierung etwas weniger Aufregung vor den Kurven versprochen. Im Ergebnis habe ich den Drift dann auf das Herausbeschleunigen verlagert.

Zu wenig Druck im Hinterrad, so bereitet man nen Hisider vor

Gleich 3 mal musste ich angehende Hisider ausreiten und das so heftig, das mich das doch sehr erschrocken hatte. Fertig, raus, gleich in die Box, um der Ursache mit Mario auf den Grund zu gehen. Nach einem Besuch auf den Sanitäranlagen der Strecke hatte ich das mulmige Gefühl im Magen der Kanalisation übergeben und konnte mich der Problematik annehmen. Mario ist im Reifengeschäft zu Hause, also ein echter Reifenexperte. Die gemessenen Temperaturen der Reifen waren ok, vorne 55 Grad Celsius, hinten 60 Grad Celsius. Die Reifen sahen super aus. Nach Anpassung des Reifendrucks auf die Werksempfehlungen war alles beim Alten, Spaß war wieder garantiert!

Die Grenzen sind abgesteckt, Feinarbeit ist angesagt

Nundenn, da Hanging-off sowieso keine Option war galt es die Hispeed Bereiche und die Bremspunkte zu verändern, ich sollte langsamer werden, um schneller zu sein. 300 Meter zum Bremsen vor der Kurve sind ein Haufen Holz… hier spielt meine Musik. Gut, das auf der Startzielgeraden Schilder gesetzt sind, an denen man sich orientieren kann. In ganz vielen Videos zur Startzielgeraden habe ich gesehen, das die meisten semiprofessionellen Fahrer in der A2 und auch in der A1 Gruppierung bis zum Schluss hinter der Verkleidung bleiben. Wohl um die beste Vmax heraus zu kitzeln. Dann steigen sie in die Eisen und versuchen die Schikane in leicht aufgerichteter Haltung zu durchfahren.

Wer fährt da mit wem?

Das bedeutet, das nicht die Fahrer mit dem Moped durch die Schikane fahren, sondern das Moped mit dem Fahrer. Hier verlieren sie regelmäßig die Kontrolle und verballern massenhaft Zeit. Ebenso läuft es auf der langezogenen Linkskurve vor der Doppelrechts zur Startzielgeraden. Damit war mein Vmax Problem gelöst. In den Videos konnte ich sehen, das die Semipro Fahrer bereits bei 300 Metern vor der Schikane auf der Startzielgeraden das Gas heraus nehmen. Sie sind ganz einfach zu schnell. Hier bin ich immernoch auf dem Gas, erst bei 200 Metern lass ich es aus, richte mich vollständig auf (ist wie n Bremsfallschirm) lade dabei gemächlich die 5 durch, dann die 4, etwa 50 Meter vor der Schikane repetiere ich die 3 in den Lauf und dosiere langsam die Speed auf das Maximum für die Schikane herunter. Wer hier mitgehen will oder gar überholen möchte, braucht Fahrereier aus Stahl, wie sich herausstellte. Nicht wenige Semipros hatten es versucht und mussten den Notausgang benutzen.

Dennis mit der ZX6R – GPS Tracking – ein Topturn – jede Menge Spaß, ein hoher Puls und noch mehr Adrenalien

In der Nachbarbox, also der 24 standen ne Menge hochwertige, gut vorbereitete Bikes, unter anderem eine HP4 eine supermäßig aufgerüstete Husqvana und die ZX6R von Dennis. An der Maschine fiel mir ein GPS-Tracker auf, der mir evtl. die Vorbereitungsphasen zu den Turns erleichtern könnte. Ich muss jedes Mal 5 Minuten vor dem Start daran denken, meine Infrarotlichtschranke einzuschalten und aufzustellen. Dabei muss ich hoffen, das der Fahrtwind der vorbeifahrenden Mopeds das Plastikgehäuse der Lichtschranke nicht umwirft. Dann muss ich auch noch daran denken, den Laptimer zu laden und einzuschalten. Ich hab das schon zig mal im Stress vergessen. Als Dennis mir den Laptimer erklärte und wir durchs Programm zappten, kam seine Bestzeit zum Vorschein. Ebenfalls eine 1:53 Min/Lap.

Das Cockpit der ZX6R von Dennis und der GPS Laptimer, der mich brennend interessiert… Hier in den Boxen kann man eine Menge dazu lernen! Upgradessss – Technische Skills…
Mein Laptimer, der funktioniert nur mit einer Infrarot-Lichtschranke, für den Anfang ganz gut. Er gibt Orientierung, wie gut die Strecke insgesamt gegangen ist und lässt ansonsten keine weiteren Auswertungen zu. Da ist das Teil von Dennis schon besser damit sind richtige grafisch aufbereitete Analysen möglich. Wer an so richtig seinem Fahrstil feilen möchte, der kann hier sogar seine Fahrfehler oder Schwächen in Teilsegmenten erkennen.
Mit der richtigen Pelle am Moped gibts nicht mal mehr auf der Unterseite des Bikes Blind Spots! Mit der Reifenempfehlung von Dunlop, Sportsmart TT war ich auf der Landstraße und auf der Rennstrecke richtig gut bedient.

Stolz wie Oskar…

Es wird behauptet, dass das in Most eine gute Zeit wäre. Stolz wie Oskar erwähnte ich (nicht nur hier) beiläufig, das ich mit meiner KTM 1290 Super Adventure S, die selbe Rundenzeit fahre. Das gab Dennis wohl zu denken und schien nicht nur Thema in Dennis Box zu sein. Jedenfalls, fuhren nicht mehr so viele A2 Piloten vor mir. Naja, vielleicht hab ich’s mir nur eingebildet. Nachdem ich meine Rundenzeiten auf meinem Laptimer bestätigt hatte, war auch schon der nächste Turn angesagt.

Sightseeing und vielleicht ergibt sich was zum Spielen

Die letzten Turns sind angesagt, sightseeing , nach Hause kommen ist angesagt aber vielleicht findet sich noch was zum Spielen. So meine Gedanken, entspannen, loslassen, nochmal an der Linie feilen. Hinter mir reiht sich Dennis ein, er geht unbemerkt alle Runden mit checkt die Bremspunkte und geht die Startzielgerade mit und drückt gerade so an mir vorbei in die Schikane. Klasse, der Junge hat es drauf und zieht es durch. Ein weiterer Supersportler geht in den Auslauf, ich Reihe mich hinter Dennis ein und versuche dran zu bleiben. Dieses Mal wurde mit mir gespielt. Hinten dran, kann ich sehen, das Dennis alles gibt und sich richtig ins Zeug legt. So sieht für mich echtes Hanging-off aus.

Bestzeit

So etwas hatte ich heute schon einmal gesehen, die 87, einer der Instruktoren, hat es gleichso krachen lassen. Die beiden Jungster haben definitiv das Zeug für mehr! Bleibt dran Jungs! Zurück in der Box sehe ich Dennis draußen in der Boxengasse stehen, er hatte seine Bestzeit um 3 Sekunden getoppt! Und das Beste war, ich durfte mich mit ihm freuen.

Der Junge mit der 87 und Dennis waren echt schnell! Sind an mir vorbei geflogen, so wie sich das gehört.
Da geht nur noch mehr, wenn ich an mir arbeite… sagt Brauni. Ja ich weiß Hanging-Off und mehr Bewegung… ich bewege mich schon.

Und schon wieder geht es zur Sache – Meeeegaaa

Mario und Oktay gehen ihren letzten Turn an. Sie fahren als erstes in die Bahn ein, um möglichst wenig Verkehr zu haben. Dann spulen sie alles ab, was sie mitgenommen haben. Sie sind ein Team auf der Strecke, sind dicht beieinander und es sieht aus, als würden sie auf Schienen fahren. Nach mehreren sauberen Überholmanövern sind sie zurück in der Box und grinsen! Fahren die beiden Rennstrecken Neulinge doch glatt eine 1:59 Min/Lap. Meeeegaaa würde Stefan sagen. Ich bin ganz seiner Meinung und habe ein ebenso breites Grinsen im Gesicht.

Zwischenzeitlich ist Stefan zurück

Uns Alex, hat Stefan aus dem Krankenhaus geholt, die Freude ist groß in der Box. Wir schauen uns seine nicht zu sehr beschädigte KTM Super Duke R 1.0 an und analysieren den Sturz. Ich war der Ansicht, das seine gebrauchten Slicks und ein Defekt an der Reifenheizung ursächlich war. Insgesamt kamen wir zum Schluss, das auch noch eine Veränderung am Reifendruck zum Unfall führte.

So schaut die KTM 1290 Super Adventure S mit den Dunlop Hypersportreifen bewaffnet, im Getümmel gefilmt, aus dem Cockpit einer GSXR 1000 R 2020.

Der letzte heiße Turn

Warum viele schon zusammenpacken und den letzten Turn ausfallen lassen, ist mir ein Rätsel. Sei’s drum und noch besser, mit 4-5 weiteren Mopeds haben wir die Strecke für uns. In den letzten Runden Battle ich mich mit Superbikes auf der Strecke, wir sind ultraschnell unterwegs und die Jungs lassen nicht nach. Nachdem mich zwei der Superbikes verblasen hatten, gelingt es mir, einen Fahrfehler zu nutzen, um wieder vorne zu sein. „Ich bin ums verrecken nicht vorbei gekommen!“ und „Dein langer Radstand und deine Sitzposition machen es beinahe unmöglich, Dich zu überholen!“ und „Respekt, wie Du das Bike bewegst!“ das waren die Sprüche der Jungs aus der Box 21. Dieses Mal hatte sich niemand beschwert, offensichtlich hatte ich mich in der richtigen Gruppe angemeldet! Andreas, der mir den Film zur Verfügung gestellt hat verkauft im übrigen ein cooles Bike zum Einsteigen in die Rennsportszene und das recht günstig: Hier klicken!

Reifenabrieb hinten nach 402 km Autobahn und ca. 400 km Rennstrecke – Dunlop Sportsmart TT
Reifenabrieb vorne, ich bin begeistert, wie gut der Dunlop Sportsmart TT Vorderreifen seine Arbeit verrichtet hat!

Vielen Dank

An dieser Stelle möchte ich mich bei Stefan bedanken, der mir diesen Rennstreckenspaß erst ermöglichte. Bei den Jungs vom Stammtisch, die immer mit Rat und Tat zur Seite stehen und den Spaß auf der Rennstrecke und in den Pässen mitmachen. Und unseren besseren Hälften, die uns immer phantastisch unterstützen, immer! Ganz zum Schluss ein besonderer Dank an Philipp von Dunlop, der mir die absolute Rennstreckenpelle für meinen 19 Zoll Bomber, eine KTM 1290 Super Adventure S zur Verfügung gestellt hat. Der Hypersportreifen Sportsmart TT hat nicht nur eine Top Arbeit auf der Strecke verrichtet, mehr noch. Durch seine Option 50 % Landstraße und 50 % Rennstrecke ist es möglich, sich stressfrei auf die Rennstrecke vorzubereiten, zur Strecke zu fahren, die Strecke zu befahren und wieder nach Hause zu fahren. Mal sehen was ich insgesamt noch aus dem Reifen herausholen kann. Mit dem Reifen hat euere Entwicklungsabteilung richtig gute Arbeit geleistet, Respekt! Für meine nächsten Trackdays, ganz klar, die erste Wahl!

Reifenfreigaben für die 19 Zoll Bomber

Gemeint sind hier die KTM 1290 Super Adventure S und die neue GS von BMW. Einfach hier klicken und ihr findet, was ihr sucht!

3 Antworten auf „Reifenwahl Trackdays Dunlop Sportsmart TT – Preperation #KTM 1290 Super Adventure S“

    1. Hoi Christian, danke und na klar ist Brauni wieder fit im September. Er nimmt sich Zeit zum Genesen und selbstverständlich alle Möglichkeiten in Anspruch, um noch fitter zurück auf die Straße zu kommen. Anders als MotoGP Fahrer, hier Marc Márquez vom Honda Werksteam, der sich am 19.07.2020 beim MotoGP Superbikes den rechten Oberarm durchgebrochen hat und scheinbar gezwungen ist, mit seinem Leben zu spielen, Morgen in Jerez, Frankreich… da will er nämlich mit gebrochenem und nicht ausgeheilten Arm am Rennen teilnehmen. Sollte das tatsächlich der Fall sein, was ich nicht glaube, wundert es mich nicht, wenn über jedwed mögliches Verbot für Motorradfahrer von Seiten unserer Behörden nachgedacht wird… Unbedingt anschauen, auf ServusTV ich glaube um 14:00 Uhr gehts los. Das Warmup geht schon früher los! Da wird es sich entscheiden.

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